Der Atomausstieg könnte Milliarden kosten
Der von der deutschen Bevölkerung vermehrt geforderte Atomausstieg soll nach Studien des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsordnung ganz Europa jährlich bis zu sieben Milliarden Euro kosten. Dieser Batzen wird in der Kostenstelle Klimaschutz der Europäischen Union anfallen. Primärer Grund für diese enormen Aufwendungen ist der erlaubte Preisanstieg von Emissionszertifikaten pro Tonne Kohlendioxid von bis zu fünf Euro. Somit kämen auf die EU Mehrkosten im Klimaschutzbereich zwischen 4,5 und 7,5 Milliarden Euro zu, so Experte Manuel Frondel, Leiter des RWI-Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“.
Ein Preisanstieg wird erwartet
Nachdem nach der Fukushima-Katastrophe im März 2011 bereits einige der größten und ältesten Atomkraftwerke Deutschlands abgeschaltet wurden, schossen die Preise für Emissionszertifikate bereits über 10% in die Höhe. Grund dieses Preisanstieges ist, dass bis zum Jahr 2022 die weggefallenen Kapazitäten vollständig durch Gas- und Kohlekraftwerke ersetzt werden müssen. Daher wird dem Emissionshandel eine immer größere Bedeutung zukommen, denn die EU ist zeitgleich bemüht, die Schadstoffausstöße möglichst gering zu halten und bis zum Jahr 2020 um 300 Millionen Tonnen insgesamt zu senken. Auch die Börse hat bereits auf den geplanten Atomausstieg reagiert, die Werte für Wertpapiere im Bereich Elektrizität dotieren auf der internationalen Strombörse EEX bereits knapp 10% höher. Dieser Kostenanstieg schlägt sich mittelfristig auch auf Verbraucher in der EU nieder, die durch den Atomausstieg Deutschlands finanziell beim Strompreis schlechter gestellt werden. Durch einen Strompreisvergleich für das Jahr 2011 kann man herausfinden, inwieweit sich der eigene Strompreis tatsächlich bereits verändert hat und welche kostengünstigeren Alternativen es auf dem Markt gibt.
Fotoquelle: Markus Bormann – Fotolia
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